700JahreMünster Neuberg1327–2027
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Der Kreuzgang

Schritte durch die Zeit.
Ein Ort der Stille.

Licht auf altem Stein, ein geschützter Hof und Bildwerke voller Bedeutung: Der Kreuzgang erschließt die Räume und die Gedankenwelt des ehemaligen Zisterzienserklosters.

Der Kreuzgang mit Blick entlang der gotischen Gewölbe
Licht und Schatten im Kreuzgang
Licht und Schatten im Kreuzgang

VIER FLÜGEL · EIN HOF

Wo der Alltag
seinen Rhythmus fand.

Der Kreuzgang umschließt einen rechteckigen Hof. Der nördliche und der östliche Flügel wurden 1344 gemeinsam mit dem Kapitelsaal geweiht. Sie entstanden im zweiten Viertel des 14. Jahrhunderts. Süd- und Westflügel folgten in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts.

Die Kreuzrippengewölbe ruhen auf unterschiedlich geformten Konsolen. Wiederholung und kleine Unterschiede prägen den Weg: kein hastiger Durchgang, sondern eine Architektur, die zum genauen Hinsehen einlädt.

Im Nordflügel erinnern Sitzbänke und der Abtstuhl von 1630 an die Nutzung als Fußwaschungs- und Lesegang. Nach dem Stifterbild beginnt hier auch die Reihe der in die Schildmauern eingefügten Äbtebilder.

Tierdarstellung an einer Konsole im Kreuzgang
Tierdarstellung an einer Konsole im Kreuzgang

DIE BILDSPRACHE DES MITTELALTERS

Tiere aus Stein.
Gedanken über das Leben.

Besonders die Konsolen des Ostflügels erzählen in Bildern. Tiere, Sirenen, Kentauren und Evangelistensymbole schöpfen aus einer mittelalterlichen Bildsprache, die Naturbeobachtung mit religiöser Deutung verbindet.

Eine wichtige Grundlage ist der „Physiologus“, ein frühchristliches Werk zur Tiersymbolik. Der Löwe, der sein Junges zum Leben erweckt, und der Phönix, der aus der Asche aufsteigt, wurden als Hinweise auf Christus und die Auferstehung verstanden.

Der Pelikan, der nach der alten Erzählung seine Jungen mit dem eigenen Blut nährt, steht für die Hingabe Christi. Das Einhorn verweist in dieser Bildwelt auf die Menschwerdung. Es handelt sich um historische Sinnbilder, nicht um naturkundliche Beschreibungen.

Vier Rundsäulen tragen die Gewölbe des Kapitelsaals
Vier Rundsäulen tragen die Gewölbe des Kapitelsaals

DER KAPITELSAAL · 1344

Gemeinschaft.
Und Erinnerung.

Der dreischiffige Kapitelsaal gehört zu den frühen Räumen des Stifts. Vier Rundsäulen tragen seine Kreuzrippengewölbe; Blattwerk schmückt Kapitelle und Konsolen. Die überschaubare Größe schafft eine andere, nähere Raumwirkung als das Münster.

In der Gruft liegt der Stifter Otto der Fröhliche mit seiner Familie bestattet. Der Raum verbindet so das gemeinschaftliche Leben des Klosters mit der Erinnerung an seine Gründung.

Zum historischen Ensemble gehören auch das sechseckige Brunnenhaus und das gegenüberliegende Refektorium. Der einstige Speisesaal erhielt 1640–1642 seine heutige Form; Stuck und Fresken aus der Zeit um 1720–1730 zeigen unter anderem biblische Mahlzeiten. Das Refektorium steht laut Kirchenführer nicht im Eigentum der Pfarre. Bitte klären Sie die zugänglichen Räume vor einem Besuch ab.

GESCHICHTE VOR ORT ERLEBEN

Mit eigenen Augen.
In Ihrem Tempo.

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Historische Grundlage: der bereitgestellte Kirchenführer „Neuberg an der Mürz · Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt“, Ausgabe 2025. Die Zugänglichkeit einzelner Räume bitte vorab mit der Pfarre klären.

700 JAHRE NEUBERG

1327 — 2027
Neuberg an der Mürz · Steiermark

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